Suche nicht die Stille in dir, sondern gib ihr die Chance, sich zu zeigen. (Walter Müller) Werde wieder wie ein staunendes Kind, das die Welt entdeckt. Jeden Augenblick neu. (Tibetisches Sprichwort) Das was uns verletzlich macht, macht uns schön. Mut zeigen und nicht perfekt zu sein. Lass die Idee los, wer du sein möchtest und sei einfach wer du bist.<br> (Brené Brown)

Für mich ist Transformations-Therapie:

 

  1. Bewusstsein schaffen für unbewusste Handlungsroutinen bzw. -muster, welche wir in frühster Kindheit erlernt haben und in Alltags- und/oder Stresssituationen unbewusst ablaufen lassen.
  2. Das Hinterfragen dieser unbewussten Handlungsroutinen bzw. -muster. Entspricht meine, in der Kindheit gelernte Handlung, noch meinem jetzigen Kontext als Erwachsener?
  3. Die Verantwortung für die Handlungsroutinen übernehmen und erkennen, dass diese Routinen uns lange und vor allem in der Kindheit gedient haben.
  4. Die Emotionen des Kindes, die hinter der Handlungsroutine stehen noch einmal fühlen, damit die angestauten Energien (verdrängte Gefühle) wieder fließen können.
  5. Dankbarkeit für die Routinen und somit gleichzeitig für die Entscheidung des Kindes  und evt. beteiligter Personen (z.B.: Eltern) entwickeln.
  6. Gegebenenfalls, also wenn die Handlungsroutine dem heutigen Kontext nicht mehr angepasst ist, diese Routine bewusst aus der Erkenntnis des Irrtums zurücknehmen und durch eine bewusste neue Entscheidung ersetzen.

Ein Beispiel aus meinem Transformations-Prozess:

Einer meiner alten Glaubenssätze war: “Ich muss/will es allen Recht machen, um Liebe und Aufmerksamkeit zu bekommen”. “Liebe und Aufmerksamkeit muss man sich verdienen

Mit 38 Jahren  wurde mir erstmals bewusst und klar, dass wenn ich es jedem Recht machen will und mache, einer immer auf der Strecke bleiben wird. Und zwar ich selbst!

In einer sogenannten Einzelsitzung  wurde mir bewusst, warum ich diese Überlebensstrategie als Kind gewählt hatte und ich habe mich dazu entschlossen einen neuen Weg zu gehen, den Weg der Selbstliebe mit der neuen Entscheidung: “Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben und von nun an sorge ich gut für mich, zu meinem Wohl und zum Wohle aller.

An dieser Stelle liegt es mir sehr am Herzen den Unterschied zwischen Egoismus und Eigenliebe  / Selbstliebe  dar zu stellen, da mir dieser Unterschied anfangs nicht klar war und mein “altes Ich” mir die Selbstliebe anfangs verbot, da es Selbstliebe mit Egoismus gleichsetzte und in der Kindheit hatte ich gelernt, dass ich nicht egoistisch sein darf. Der große Unterschied zwischen Egoismus und Selbstliebe ist, dass der Egoist sich auf Kosten anderer “bereichert” oder zumindest sich nicht um die anderen schert, wobei der selbstliebende Mensch gut für sich sorgt, ohne einem anderen zu schaden, also auch die Anderen mit im Blick zu haben.

So habe ich beispielsweise gelernt gut für mich zu sorgen, indem ich Freizeit mit mir verbringe – was einerseits mit sich bringt, dass ich diese Zeit nicht mehr für Familie, Freunde oder Arbeit habe, aber diese Zeit schenkt mir Ruhe, Gelassenheit, Klarheit und vor allem Kraft, so dass meine Familie, meine Freunde und auch meine Arbeit am Ende davon profitieren. Daher der kleine Zusatz in meiner neuen Entscheidung: “zu meinem Wohl und zum Wohle aller”.